Medizinische Herausforderungen im Frauenfussball

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Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und sportlicher Leistung geht Hand in Hand,

und der Spitzensport wäre ohne die direkte Betreuung durch spezialisierte Ärzte nicht denkbar. 

Diese Beziehung wird noch deutlicher, wenn die Anforderungen an den Wettkampf steigen:

Die Teilnahme an mehr Wettbewerben und die Teilnahme an damit mehr Spielen während der Saison ist eine grosse Herausforderung für die medizinische Abteilung.

Der Frauenfussball hat seine eigenen medizinischen Bedürfnisse, die sich in einigen Bereichen vom Männerfussball unterscheiden,

aber diese Bedürfnisse werden nicht immer durch ausreichende wissenschaftliche Publikationen unterstützt.

 

Wir sprechen von drei wichtigen Bereichen: 

  1. Die Auswirkungen des Menstruationszyklus im Hochleistungssport.

  2. Die "Athleten-Trias".

  3. Die hohe Prävalenz von Kreuzbandrissen bei Frauen. 

 

Das Wissen über den Menstruationszyklus und seine Auswirkungen auf die individuelle Physiologie jeder einzelnen Spielerin ist von grundlegender Bedeutung. Diese Auswirkungen sind nicht für alle Frauen gleich, auch nicht für Spitzensportlerinnen im Vergleich zu Frauen, die Amateursport betreiben. Einige Studien zeigen, dass die tägliche körperliche Betätigung die Symptome des prämenstruellen Syndroms bei Amateursportlern tendenziell reduziert, aber in einer Elite-Sportart sind die Anforderungen an den Wettkampf so hoch, dass es zu Veränderungen in der Reaktion der Reproduktionshormone kommen kann. Die wissenschaftliche Literatur über die physiologische Reaktion der Frau auf körperliche Hochleistungsaktivität wird noch immer untersucht.

 

Die Athleten-Trias ist eine Reihe von körperlichen Problemen, die Frauen im Hochleistungssport betreffen können. Dazu gehören Essstörungen, Amenorrhoe (Unterbrechung des Menstruationszyklus) und Osteoporose (geringe Knochenmineraldichte), obwohl ein weiter entwickeltes Konzept namens REDS oder Relativer Energiemangel im Sport allmählich zur Anwendung kommt. Nach dem REDS-Modell lässt sich die alte Trias durch eine unzureichende Nährstoffzufuhr im Verhältnis zu Intensität und Umfang des Trainings erklären, ein Defizit, das auftreten kann, wenn der Athlet sich nicht in dem Maße ernährt, wie es die ausgeübte körperliche Aktivität erfordert, oder wenn er diese Aktivität über das empfohlene Maß hinaus ausübt. Es gibt wenig wissenschaftliche Literatur, die sich diesem Thema im Frauenfussball annähert.

Beunruhigend ist die hohe Inzidenz von Kreuzbandrissen. Diese Knieverletzung, die zu den schwersten Verletzungen gehört, die ein/e Fussballspieler/In erleben kann, tritt bei Frauen wesentlich häufiger auf als bei Männern. Diese Diskrepanz hängt mit den Besonderheiten der weiblichen Anatomie zusammen. Frauen haben niedrigere Hüften und ein breiteres Becken, was den "Q-Winkel", den Grad der Ausrichtung zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein, beeinflusst: je grösser der Q-Winkel, desto weniger Ausrichtung zwischen den beiden Knochen und desto grösser die Belastung der Knie. Dies führt zu unterschiedlichen Stützen bei der Ausführung bestimmter Bewegungen und Fussballtechniken, was die Bänder stärker belasten könnte. Darüber hinaus ist der Durchmesser des Bandes bei Frauen kleiner, und seine Laxheit in einer bestimmten Phase des Menstruationszyklus kann es anfälliger für einen Bänderriss machen. Im Gegensatz zum Menstruationszyklus und der REDS-Studie gibt es in der wissenschaftlichen Literatur viel über Bandverletzungen bei weiblichen Spielerinnen.

 

Die FIFA verfügt über Trainingsprogramme wie die 11+ (https://www.dfb.de/trainer/b-juniorin/artikel/fifa-11-310/), die diese Art von Verletzungen verhindern sollen. Die hohe Prävalenz von Bänderrissen weist jedoch auf einen weiteren Bedarf im Frauenfussball hin: die Entwicklung spezifischer Trainingsprogramme, die nicht den für Männermannschaften entwickelten Programmen entsprechen.
Die meisten Basisdaten aus diesen wissenschaftlichen Zeitschriften stammen von männlichen Spielern, und die bestehenden Trainingsprotokolle folgen diesen für Männer bestimmten Parametern. Das medizinische Personal und das Leistungspersonal für Frauenmannschaften muss diese Protokolle mit der Schwierigkeit anpassen, dass es aufgrund der Knappheit der weiblichen Referenzdaten keine Gewissheit darüber gibt, dass sie strikt innerhalb der entsprechenden Margen arbeiten. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, die Daten bei den Spielern selbst zu erheben, um nicht auf männliche Referenzen zurückgreifen zu müssen. Das ist der Stand der Dinge.

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